AfD-Veranstaltung mit Nicolaus Fest in Gilching

Unter dem Titel „Schicksalswahl für Deutschland“ lud der AfD Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck am 11. April 2017 zu einer Veranstaltung mit dem Berliner AfD-Rechtsaußen Nicolaus Fest. Veranstaltungsort war das „Schützenhaus“ in Gilching. Dort hatten die Betreiber*innen der AfD offenbar ein Hinterzimmer vermietet, nachdem diese vergeblich versucht hatte, einen Veranstaltungsort im Kreis Dachau zu finden.

Die Polizei Oberbayern Nord erweist sich als Dienstleister*in der AfD

Sich offenbar der Tatsache bewusst, dass die AfD ohne diese Vermietung große Probleme gehabt hätte, ihre Veranstaltung durchzuführen, reagierte das Personal des „Schützenhaus“ entsprechend aggressiv auf zwei antifaschistische Beobachter*innen, die sich gegenüber des Veranstaltungsortes aufgestellt hatten und das Geschehen beobachteten. Nachdem ein*e Mitarbeiter*in die beiden Beobachter*innen wiederholt verbal angegriffen hatte und ihrer Wut und schließlich noch durch eine obszöne Geste Ausdruck verliehen hatte, wandte sie sich an zwei anwesende Kriminalpolizisten*innen aus Fürstenfeldbruck, die die beiden Antifaschisten*innen bereits bei deren Ankunft kontrolliert hatten und daraufhin bereits vorsorglich Verstärkung angefordert hatten.

Kurze Zeit später traf diese Verstärkung ein: Insgesamt 12 Bereitschaftspolizisten*innen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord erteilten den beiden Antifaschisten*innen einen Platzverweis und setzten diesen ohne weitere Erklärungen zur rechtlichen Grundlage – welche auch? – gewaltsam durch. Nachdem die Polizisten*innen den Antifaschisten*innen damit gedroht hatten, diese in „Vorbeugehaft“ zu nehmen, verfolgten sie die Antifaschisten*innen mit insgesamt sechs Polizisten*innen durch weite Teile des Ortes Gilching, während die anderen sechs Polizisten*innen Stellung vor dem „Schützenhaus“ bezogen. Bis spät in die Nacht hinein patrollierten mindestens drei Streifen und vier Zivilpolizisten*innen in zwei zivilen Fahrzeugen der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck um das „Schützenhaus“.  Insgesamt waren also mindestens 18 Polizisten*innen im Einsatz und das nur, weil sich die AfD von zwei Antifaschisten*innen, die ihre Veranstaltung lediglich von der gegenüberliegenden Straßenseite beobachtet hatten, gestört fühlten. Polizei – Ihr Freund und Helfer!

Gäste der Veranstaltung

Wie so häufig, wenn die AfD-Bayern eines ihrer ultrarechten Mitglieder oder eine*n andere*n prominente*n, extrem Rechte*n einlädt, erschienen auch diesmal „prominente“ Gäste aus Bayern. So zum Beispiel der Höcke-Fan Thomas Thiel, der im Dezember 2016 als Direktkandidat für die Bundestagswahl in Würzburg nominiert wurde, eigentlich jedoch aus der Augsburger Gegend stammt und kooptiertes Vorstands-Mitglied im Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck ist. Anlässlich seiner Wahl als Direktkandidat, inszenierte sich Thiel damals als Anti-Antifa-Aktivist: „Ich wusste gleich: Wenn ich für ein Direkt-Mandat kandidiere, dann in einer Stadt mit einer starken Antifa – diesen aggressiven Anti-Demokraten müssen wir was entgegen setzen.“ Wir dürfen also gespannt sein, was da noch so kommen mag. 😉 Thiel nahm auch an dem Vortrag von Jürgen Elsäßer im März 2017, organisiert vom AfD Kreisverband München-Ost, teil.

Ebenfalls anwesend war Roman Bothmann, Mitglied der Jungen Alternative und im Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck als Beisitzer aktiv.

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